Das wird vermutet, nachdem bei der Bohrung im September Grundwasserprobleme aufgetreten waren. Der Sachverständige, Hermann Schad von der Materialprüfungsanstalt der Uni Stuttgart, wird auch die Frage klären müssen: Hat die Firma Wälderbau bei der Verfüllung der Bohrlöcher mit Zement korrekt gearbeitet und die vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald erteilten Auflagen eingehalten? Von Wälderbau, einem erfahrenen Unternehmen der Erdwärmebranche aus Österreich, war beim Pressegespräch niemand anwesend. Entschieden ist jetzt, dass es vorerst keine Kernbohrung geben wird, mit der man hätte Aufschluss über die geologische Beschaffenheit des Staufener Untergrunds gewinnen können.
„Professor Schad hat sich dagegen entschieden, weil er nicht will, dass noch einmal in den Untergrund eingegriffen wird“, berichtete Ralph Watzel, Leiter des Landesamtes für
Geologie im Regierungspräsidium Freiburg. Die Kernbohrung könne aber zu einem späteren Zeitpunkt noch erfolgen. Zunächst soll es bei den Temperaturmessungen bleiben. Watzels Behörde wird den Prozess der Ursachenforschung mit Datenmaterial über die Art des Staufener Untergrundes unterstützen. Außerdem wurde vereinbart, dass Luftbilder geschossen werden. Mit ihnen will man sich Klarheit über die Geologie in und um
Staufen verschaffen.
Erste Ergebnisse sollen in vier Wochen vorliegen. Schon jetzt weiß man aus den Unterlagen, dass nur beim ersten Bohrloch artesisch gespanntes Grundwasser angebohrt wurde. Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass dies an sämtlichen sieben der Fall war. „Mit
Staufen geht es nicht nur abwärts, es sind
Senkungen und
Hebungen für die Risse verantwortlich“, sagte Benitz. Erstmals gibt es auch eine Schadenskarte von Staufen. 50 Häuser sind betroffen, neuerdings auch die 1487 erbaute katholische Pfarrkirche St. Martin. Auf Nachfrage unterstrich Benitz: „Wir haben uns nicht vorzuwerfen im Umgang mit den durch Schäden betroffenen Bürger. Wir tun alles was wir können, um zu helfen und um die Ursachen herauszufinden.“ Morgen, 19.30 Uhr, findet im Stubenhaus eine Informationsveranstaltung statt, die vor allem für Betroffene gedacht ist.
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