Sass stellte in Freiburg den Sinn der seit Monaten andauernden Erkundungsbohrung in Frage. Sie liefere keine neuen Erkenntnisse über den Untergrund von Staufen. „Die Bohrkerne, die zu Tage gefördert werden, sehen aus wie aus dem Lehrbuch.“ Sass ist auch ein Gegner von hydraulischen Versuchen an der Erkundungsbohrung, beispielsweise dem Abpumpen von Grundwasser. Das sei zu riskant. „Nicht forschen, sondern sanieren“, ist nach Meinung des Professors das Gebot der Stunde. Die Überbohrung der sieben Erdwärmelöcher hinter dem Rathaus sei anspruchsvoll, technisch aber machbar. Immerhin ist die Menge an Anhydrit unter der Staufener Altstadt Sass zufolge nicht so groß, dass die Hebungen in den Meterbereich gehen.
In einem vor der Vortragsveranstaltung veröffentlichten Interview sprach er von höchstens 90 Zentimetern. Im Vortrag selbst aber wollte er dann keine Angabe machen. „Niemand kann im Moment eine Prognose abgeben.“ Sass hat in seinem Vortrag die
Staufener Stadtverwaltung sogar gelobt: Die Idee, das
Rathaus mit Erdwärme heizen und kühlen zu wollen, sei gut gewesen. Die Lobrede hat wohl aber nicht geholfen. Der Name Sass bleibt für das
Staufener Rathaus ein rotes Tuch.
Mit freundlicher Genehmigung von „Der Sonntag“, HANS CHRISTOF WAGNER, 5. Juli 2009
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