Fauststadt Staufen im Markgräflerland

Die Häuser der Fauststadt Staufen im geologischen Dilemma - Risse, Risse und nochmals Risse

Der neue Aufkleber auf dem Café neben dem Staufener Rathaus, das wegen dramatischer Risse um seine Zukunft bangt [Dez. 2010].
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Oktober 2010 Linkpfeil Gründung des Stiftung zu Erhaltung der Staufener Altstadt
24. Jannuar 2010 / Der Sonntag Linkpfeil
Juli 2010 / Der Sonntag Linkpfeil
17. Oktober 2010 / Der Sonntag /
Ch.Wager und K. Riexinger
Linkpfeil
     
     
     

Risse in der Hausfront des Rathauscafés
Risse in der Hausfront des Rathauscafés [Juli 2009]
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Breite Risse in der Rathauswand
Breite Risse in der Rathauswand
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Risse Krise wird immer teurer
STAUFEN will Bohrfirma zur Verantwortung ziehen - Abdichtung beginnt

Das Risseproblem bringt Staufen mehr und mehr an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten. Bürgermeister Michael Benitz apellierte jetzt ans Land, seinen Zusagen nachzukommen. Zweieinhalb Millionen Euro hat Stuttgart versprochen. Die Summe wird wohl aber nicht reichen.
Schon allein 1,4 Millionen Euro wird es kosten, die sieben Bohrlöcher nachträglich neu abzudichten. Die Arbeiten sollen morgen beginnen und werden, wie jetzt auf der monatlichen Pressekonferenz der Stadt bekannt gegeben wurde, über mehrere Monate andauern. Seit dem 4. November wird zudem ständig Grundwasser aus der Tiefe geholt, um es am Eindringen in die quellfähige Schicht, dem Gipskeuper, abzuhalten. Clemens Ruch vom Regierungspräsidium Freiburg zeigte sich optimistisch, dass dies gelinge. Er räumte aber auch ein, dass es noch nicht absehbar sei, ob die in der Erkundungsbohrung eingebaute Pumpe das Wasser aus der gesamten Hebungszone abzuziehen vermag. Eventuell muss Ruch zufolge ein zweites Loch gebohrt werden, um die Reichweite des Pumpbetriebes zu erhöhen.


Risse im Haus, dass an das Rathaus angrenzt
Risse im Haus, dass an das Rathaus angrenzt
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Risse in der Rückwand des Rathauses
Risse in der Rückwand des Rathauses
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Hotel und Restaurant zum Löwen mit Rissen
Hotel und Restaurant zum Löwen mit Rissen
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Die Frontansicht des "zum Löwen" voller Risse
Die Frontansicht des "zum Löwen" voller Risse
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Festerabstützungen in Neubaufassade
Hauswand Parallelgasse zur Rathausgasse
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Risse in einem Schuppen parallel zur Rathausgasse
Risse in einem Schuppen parallel zur Rathausgasse
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Neue Erkenntnisse über die Geologie von Staufen präsentierte Geotechniker Robert Breder. Geologen haben herausgefunden, dass bislang nur ein Teil des Gipskeupers aufquillt, dass große Teile davon inaktiv sind. Zudem wurde festgestellt, dass sich die Erdoberfläche nicht nur nach oben bewegt, sondern auch zur Seite. „Diese horizontale Bewegung trägt auch zu den Schäden bei, die Häuser werden dadurch gezerrt und gestaucht", sagte Breder. Inzwischen ist die Zahl der beschädigten Immobilien auf 234 gestiegen. Die Hebungen dauern mit gewohnter Geschwindigkeit an.


Benitz sagte, dass die Stadt gegen das österreichische Unternehmen Wälderbau, das im Sommer 2007 die sieben Löcher gebohrt hat, rechtlich vorgehen wird. Vermutlich hat die Firma, entgegen den behördlichen Auflagen, dabei keinen sulfatbeständigen Zement benutzt. Zur Vantwortung gezogen werden soll  auch das Planungsbüro Systherma. „Das wird uns aber finanziell kaum nützen', unterstrich  Benitz. Staufens Bürgermeister forderte das Land auf, zu seinen Zusagen zu stehen. Die Stadt will eine unabhängige Schiedstelle zur Regulierung von Schäden einrichten. Stuttgart müsse diese mit einem eigenen Etat versehen. Benitz machte keinen Hehl daraus: Staufens Haushaltslage ist dramatisch. „Wir haben alle Rücklagen aufgebraucht, uns klafft eine Lücke von zwei Millionen Euro und dabei sind die Risse noch gar nicht drin."
Unterdessen weist Badenova die in der Hebungszone wohnenden Hausbesitzer darauf hin, selbst dafür Sorge zu tragen, dass ihre Hausgasanschlüsse intakt bleiben. Die Stadt wird ihnen aber vorschlagen, dass dies ein Fachbetrieb für alle übernimmt. Entsprechende Schreiben gingen in den nächsten Tagen raus. Die Kosten werde die Stadt vorschießen, intakte Hausanschlüsse seien Voraussetzung dafür, von Badenova mit Gas beliefert zu werden, betonte Benitz. Das rückwärtige Rathausgebäude ist inzwischen geräumt. Die Mitarbeiter des Bauamtes haben eine Büroetage über der Heitzmann-Filiale am Marktplatz bezogen. Das Archivgut kam nach Grunern. Das jetzt weitgehend leere Gebäude wird wohl abgerissen. Einen Termin dafür gibt es bislang nicht.

Mit freundlicher Genehmigung von HANS CHRISTOF WAGNER, Der Sonntag, 15. November 2009


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