Ist die Wahrheit zu tief im Boden vergraben?
Nach dem jüngst veröffentlichten
Gutachten scheint es tatsächlich so zu sein, dass die Wahrheit zu tief im Boden vergraben ist, um jemals wieder ans Tageslicht befördert zu werden. Wie es in den Bohrlöchern in 140 Meter Tiefe ausschaut, weiß keiner. Ob sachgemäß gearbeitet wurde, lässt sich nicht mehr nachprüfen. Ob die Hebungen
jemals wieder aufhören und wenn ja, wann – unbekannt. Es kann auch keine Behörde zur Rechenschaft gezogen werden, begründet auf dem Vorwurf einer zu leichtfertigen Genehmigung des Projekts. Das Vorhaben ist in dem Sinne ja gar nicht genehmigt worden.
Regierungspräsident Julian Würtenberger war am Mittwoch in der Stadt, um sich ein Bild der Schäden zumachen. Benitz sähe es gern, Würtenberger wäre der Organisator einer politischen Lösung der
Staufener Rissekrise. Die sähe so aus: Alle Parteiensetzen sich an einen Tisch und handeln eine einvernehmliche,
nichtjuristische Lösung des Problems aus. Sie zahlen in einen Fonds ein, aus dem alle Rechnungen zwecks Sanierung von Häusern bezahlt werden. Der Vorteil: Mit Steuergeldern aus dem Landessäckel, auf die Benitz des großen kulturhistorischen Werts der
Staufener Altstadt wegen spekuliert, wäre der Fonds ausreichend gefüllt, um daraus die vermutlich über viele Jahre hinweg notwendigen Sanierungen bezahlen zu können. Andererseits: Echte Trümpfe hält die Stadt keine in der Hand. Sie müsste die Versicherungen aller Parteien zu mehr oder minder freiwilligen Zahlungen bewegen. Doch warum sollten sie das tun, wenn sie nicht müssen, wenn ihre jeweiligen Versicherten juristisch gar keine Schuld trifft?
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