7. Die Stadt verzichtet gegenüber den Geschädigten auf die Geltendmachung der Einrede der Verjährung und wird dies auch vom Land einfordern.
zu 1.
Die Erkundungsbohrung (EKB 2) hat zwar ihre Endtiefe unterhalb der Gipslage erreicht (ca. 150 m), aber aufgrund der Durchbohrung der Erdsonde 5 musste der gesamte Bereich bis auf 105 m wegen Erdnachfalls aufbetoniert werden.
Danach wurde, wie schon angekündigt, das 4. Sperrrohr gesetzt. Der Ringraum hinter dem vierten Rohr wurde verdämmt und muss nun abbinden. Deshalb ruhen z.Zt. die Bohrarbeiten. Anschließend wird die EKB noch ca. fünf Meter tiefer in die Muschelkalkschicht gebohrt, um den hydraulischen Anschluss an die EWS 7, die vermutlich in einer anderen Scholle liegt, zu verbessern.
Erst nach Abschluss dieser Arbeiten wird von Bohrbetrieb auf Pumpbetrieb umgestellt.
zu 2.
Seit Montag, den 14.9.09, wird in einem Bergwerkschacht im Kinzigtal unter simulierten Real-Bedingungen das Perforieren und Injektieren der Sondenschläuche erprobt – was zuvor durch Laborversuche schon erfolgreich getestet wurde.
Auch der Einsatz des Schneidkopfes (zur geplanten Perforierung der Schläuche) wurde inzwischen in Staufen erfolgreich getestet – die Sondenschläuche sind mit diesem Kopf befahrbar. Wenn die Tests im Kinzigtal positiv verlaufen, worauf alles hindeutet, werden die Sondenschläuche in Staufen mit diesem Verfahren voraussichtlich ab 28.9.09 perforiert.
zu 3.
Derzeit wird die zweimonatige große Messrunde unter Leitung des LRA durchgeführt, die den linearen Trend der Hebungen bisher bestätigt. Sobald die genauen Messergebnisse vorliegen, wird der aktuelle Hebungsbuckel auf der Staufener Homepage veröffentlicht.
Zur Zeit sind 217 Privathäuser und 7 städtische Gebäude beschädigt, wobei die Schäden an den betroffenen Häusern selbst zunehmen. Das mit am stärksten betroffene rückwärtige Rathausgebäude (Stadtbauamt) muss womöglich noch vor dem Winter geräumt werden.
Die Begehungen durch die Statiker erfolgen in regelmäßigen Abständen entsprechend dem Ausmaß der Schäden in den Häusern. Die Stadt tritt weiter in Vorleistung, kommt aber jetzt aufgrund der geänderten finanziellen Rahmenbedingungen an ihre Grenzen.
zu 4.
Die Sektionierung des Staufener Gasnetzes ist durch die badenova weitgehend abgeschlossen. Die letzten Arbeiten hierzu werden am 22.9.09 in der Rathausgasse/ Ecke Meiergasse begonnen und etwa eine Woche andauern.
Inzwischen hat die badenova alle Anschlüsse in den geschädigten Häusern geprüft und wird Konzepte zum weiteren Vorgehen hinsichtlich der Sicherheit der Bewohner erarbeiten (vgl. Presseerklärung der badenova).
zu 5.
Am 7.9. fand im Wirtschaftsministerium ein weiteres Gespräch zum Fall Staufen statt. Daran haben Vertreter aus dem Finanz-, Umwelt-, Innen- und Staatsministerium teilgenommen. Neben Bürgermeister Benitz nahmen auch die Herren Regierungsvizepräsident Ficht und Dr.Kollnig teil. Es wurde die konkrete Umsetzung der Kabinettsbeschlüsse der Landesregierung besprochen. Außerdem diskutierten die Besprechungsteilnehmer über die Einrichtung einer Schlichtungsstelle als Anlaufstelle für alle Geschädigten.
Dabei machten die Vertreter der Stadt deutlich, dass nur ein zusammengefasster Topf zur Regulierung der Schäden Sinn mache. Eine Aufsplitterung auf verschiedene Förderprogramme sei nicht zielführend. Auf dieser Basis wird weiterverhandelt.
zu 6.
Am 30.9. wird der Gemeinderat über die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Einrichtung einer Stiftung zur Erhaltung der Historischen Altstadt von Staufen beraten und entscheiden.
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